Internationale Online-Marktplätze im Vergleich

Veröffentlicht: 2018-01-09

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Händler können neben ihrem Online-Shop auf verschiedenste E-Commerce-Plattformen zugreifen und so die vorhandene Infrastruktur nutzen. Doch welche Plattform ist am besten geeignet und was sind die Vor- und Nachteile aus Händlersicht? Einblick in 5 Alternativen zum eigenen Onlineshop.

Marktmacht nutzen, aber Abhängigkeit vermeiden

Händlerprogramme bieten Shopbetreibern einige Vorteile. Online-Shops mit teilweise sehr geringer Reichweite können ihre Produkte auf Amazon und anderen Shopping-Portalen zur Verfügung stellen. Sie können ihre Marktmacht ausnutzen und ihre Umsätze relativ schnell steigern. Allerdings ist Vorsicht geboten. Wer sich in die Hände der Großen begibt, wird früher oder später indirekt deren Marktmacht stärken. Die Folge: Amazon und Co. immer höhere Verkaufsgebühren. Um Abhängigkeiten zu vermeiden, sollten Shopbetreiber auf eine möglichst breite Aufstellung achten und auch alternative Marktplätze nutzen. Zumal kleinere Plattformen oft günstiger sind, auch wenn ihre Reichweite (noch) geringer ist.

1. Das Reseller-Programm von Amazon

Amazon ist unbestritten der größte Onlineshop der Welt und hat allein in Deutschland einen Marktanteil von über 30 Prozent. Anders als bei einer „normalen“ Google-Suche beinhalten fast alle Suchanfragen eine direkte Kaufabsicht. Sobald Shop-Betreiber eine Amazon Top-Platzierung erreicht haben, steigt ihre Conversion-Rate fast automatisch. Es gibt noch einen weiteren Vorteil beim Verkauf von Produkten auf Amazon. Produkte, die auf Amazon verkauft werden, werden bei einer Suchanfrage fast immer höher gerankt als die von Google. Wenn Sie also wissen, wie man Amazon SEO nutzt, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

Vor- und Nachteile von Amazon

Der Verkauf von Produkten auf Amazon ähnelt den üblichen Reseller-Programmen anderer E-Commerce-Plattformen. Händler können ihre Waren in den Produktkatalog von Amazon eingeben und über die Plattform verkaufen. Millionen von Kunden, die regelmäßig bei Amazon einkaufen, sind potenzielle Kunden für ihre Produkte – nicht nur in Deutschland, sondern auf fünf Marktplätzen in ganz Europa.

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Der Nachteil? Amazon erhebt für den Verkauf von Produkten über sein Portal erhebliche Provisionen, die zum Teil weit über denen der Wettbewerber liegen. Außerdem gibt es eine Abonnementgebühr für mehr als 35 verkaufte Artikel pro Monat oder eine feste Gebühr pro verkauftem Artikel. Beispielsweise erhebt Amazon eine Verkaufsgebühr von 15 Prozent für die Kategorien Auto und Motorrad

Für welchen Onlineshop eignet sich Amazon?

Generell eignet sich Amazon für jeden Shopbetreiber, wenn Sie mehr Umsatz und mehr Umsatz erzielen möchten. Für viele Händler ist Amazon das einzige Standbein ihres Geschäfts, ohne einen eigenen Online-Shop zu haben. Kunden auf der ganzen Welt vertrauen und kennen Amazon und genau diese Konstellation können Händler nutzen, um neue Kunden zu gewinnen. Allerdings ist Amazon nur bedingt geeignet, die eigene Marke zu stärken. Amazon erlaubt Ihnen nicht, eigene Vorlagen zu erstellen. Alles erscheint unter einem einheitlichen CI, nicht einmal eine Verlinkung zum eigenen Onlineshop ist möglich, oder nur umständlich und unauffällig.

2. Das eBay-Reseller-Programm

Bei eBay haben Online-Händler die Möglichkeit, einen Shop als Verkaufsplattform einzurichten. eBay bietet gewerblichen Verkäufern drei verschiedene Shop-Varianten zur Auswahl:

  • Grundladen
  • verbesserter Laden
  • Premium-Shop

Die Varianten unterscheiden sich hauptsächlich in der Anzahl der Festpreisangebote und der monatlichen Grundgebühr. In den Varianten Top Shop und Premium Shop erhalten Händler einen zusätzlichen Rabatt auf die Verkaufsprovision.

Vor- und Nachteile von eBay

Im Gegensatz zu Amazon hat eBay den Vorteil, benutzerdefinierte Vorlagen zu erstellen. Auch das Angebot von eBay ist sehr beachtlich, wenn auch nicht so stark wie Amazon. Viele Kunden kennen eBay seit Jahren und so entsteht ein Vertrauensvorschuss, der wiederum den Händlern dient. Nachteilig wirkt sich das Provisionsmodell aus, das nicht sofort ersichtlich ist. Neben den Festpreisgebühren erhebt eBay auch andere Prämien für Auktionen. Auch die Gebühren sind, ähnlich wie bei Amazon, je nach Produktkategorie teilweise sehr hoch.

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Für welchen Onlineshop eignet sich eBay?

Genau wie Amazon kann eBay für jeden Online-Shop-Betreiber nützlich sein. Besonders die Gestaltung Ihrer Vorlagen dürfte für Händler interessant sein, die Wert auf ihre Marke legen. Ein Nachteil könnte hingegen die noch immer enge Bindung vieler Kunden an das Auktionshaus sein. Viele von ihnen nutzen eBay immer noch als Auktionsportal statt als Online-Shop für Neuware. Auch haben sich in den letzten Jahren einige Kunden wie Händler über ein ständig wechselndes Layout beschwert, was die Funktionalität stark einschränkte.

3. Das Händlerprogramm von Rakuten (Japan)

Die E-Commerce-Plattform Rakuten konzentriert sich vollständig auf den Verkauf von Produkten durch Dritte. Händler erhalten gegen eine Gebühr nicht nur eine Plattform, um ihre Produkte zu verkaufen, sondern auch einen Berater, der sie unterstützt. Auch individuelle Shopdesigns lassen sich über die Rakuten-Plattform erstellen.

Vor- und Nachteile von Rakuten

Ein klarer Vorteil von Rakuten ist der Aufbau eigenständiger Shopdesigns. Ein weiterer Pluspunkt sind die vergleichsweise geringen Kosten für Händler. Neben einer monatlichen Grundgebühr erhebt Rakuten je nach Produktkategorie eine Verkaufsgebühr von 5 bis 9 Prozent. Der einzige Nachteil ist, dass die E-Commerce-Plattform eine relativ geringe Reichweite hat, aber sie hat einzigartige Markteinblicke in den asiatischen Markt. Doch wer hier gut aufgestellt ist, kann auf dem Portal eine Alleinstellung einnehmen.

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Für welchen Onlineshop eignet sich Rakuten?

Auch für Rakuten gibt es kein vordefiniertes Sortiment, wodurch die Plattform für alle Shopbetreiber geeignet ist. Das gleiche Angebot wie bei eBay oder Amazon können Händler allerdings (noch) nicht genießen. Rakuten bietet jedoch viel Freiheit für das Branding Ihrer eigenen Marke.

4. Das Händlerprogramm von LadenZeile (Deutschland)

Das Shopping-Portal LadenZeile konzentriert sich auf Mode, Möbel und Lifestyle-Produkte. Die Geschäftsbeziehung mit Shopbetreibern basiert auf dem Cost per Click (CPC). In Ausnahmefällen rechnet LadenZeile auch pro Bestellung (CPO). Die Partnershops werden von einem speziell geschulten Shopkeeper-Team betreut. Das E-Commerce-Portal ist vor allem wegen des hohen Traffics interessant.

Vor- und Nachteile von LadenZeile

Die Ladenzeile hat einen sehr guten Sichtbarkeitsindex, weshalb Shopbetreiber mit gut platzierten Produkten erfolgreich sein dürften. Es gibt jedoch keine anpassbaren Vorlagen, sodass Branding-Effekte marginal sind. Außerdem ist das Sortiment begrenzt. Ein weiterer großer Nachteil ist die Tatsache, dass dieses Portal nicht auf Englisch verfügbar ist, also wenden Sie sich an Ihre internationalen Freunde! Die Kategorien Auto und Motorrad fehlen ebenso wie Computer und Elektronik. Außerdem erfordert die Shop-Linie eine Auflistung von mindestens 150 Produkten.

Für welchen Onlineshop ist LadenZeile geeignet?

LadenZeile eignet sich in erster Linie für Onlineshops im Mode- und Bekleidungsbereich. Aber auch Schmuck, Uhren, Spielzeug und Bürobedarf können angeboten werden. Durch den speziellen Lifestyle-Fokus kann das Portal für Online-Händler interessant sein. Allerdings ist dann die Mindestlistung zu beachten. Dementsprechend sind Online-Shops mit technischen Produkten für die Shop-Linie ungeeignet.

5. Das Alibaba-Mitgliedschaftsprogramm

Alibaba ist neben Amazon wahrscheinlich das größte Portal für kleine und große Unternehmen, um ihre Kunden zu erreichen. Alibaba besitzt den chinesischen Marktplatz und hat sich in den letzten Jahren gegen die harte Konkurrenz durch eBay gewehrt. Ihr Jahr für Jahr wachsendes Wachstum und ihre Positionierung haben ihnen ein starkes Standbein auf dem europäischen Markt verschafft. Lieferanten und andere kleine Unternehmen können ihre Zielgruppe direkt über Alibaba erreichen, unabhängig davon, ob sie einzelne Produkte oder Großbestellungen von 100.000 Artikeln verkaufen.

Vor- und Nachteile von Alibaba

Der große Vorteil von Alibaba ist sein spezieller Fokus darauf, Kleinunternehmer mit ihrer Zielgruppe zu verbinden. Dadurch kann die Produktpalette eines Unternehmens problemlos an Kunden weltweit verkauft werden. Alibaba hat eine Reihe von Gold-Supplier-Paketen für Unternehmen, die von einem kostenlosen Basispaket bis hin zu einem Premium-Paket reichen. Der Hauptnachteil sind die Kosten, besonders wenn Sie gerade erst international anfangen, aber es kann Sie in direkten Kontakt mit den gewünschten Personen bringen. clip_image008

Für welchen Onlineshop eignet sich Alibaba?

Die E-Commerce-Plattform ist nicht für jeden Shopbetreiber geeignet. Es eignet sich hauptsächlich für B2B-Geschäftsinhaber, die entweder Großaufträge oder Provisionen abwickeln möchten. Alibaba ändert jedoch in naher Zukunft sein Geschäftsmodell und wird sowohl zu einem B2B- als auch zu einem B2C-Marktplatz, also beobachten Sie diesen Bereich.

Weg von traditionellen Marktplätzen: Shopify

Mit Shopify läutet Facebook den nächsten Schritt zum Kauf-Button auf Facebook ein. In einigen europäischen Ländern ist die App noch nicht verfügbar, aber Experten sagen der E-Commerce-Branche bereits enormes Wachstumspotenzial voraus. Wieso den? Das Einkaufen im sozialen Netzwerk ist dann sowohl über Statusmeldungen als auch auf der Website der an Shopify teilnehmenden Händler möglich.

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Facebook-Nutzer müssen das Netzwerk beim Einkaufen nicht verlassen. Sie zahlen einfach in Ihrem Newsfeed. Sie werden dann nicht mehr wie bisher über Werbeanzeigen auf externe Seiten weitergeleitet. Shopify dürfte als eine Art Schlüssel zum Netzwerk mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen dienen. Doch nicht nur der Verkauf auf Facebook ist geplant, sondern Shopify soll es auch ermöglichen, Produkte direkt auf Pinterest und Twitter zu verkaufen.

Fazit: Marktplätze nicht nur nach Reichweite bewerten

Amazon und eBay bieten bisher die größte Reichweite in Deutschland, weshalb ihre Marktplätze (soweit es die Margen und automatische Feed-Integrationen zulassen) sehr wichtig für den eigenen Umsatz sind. Aber auch Marktplätze wie der Shop Line oder Avocado Stores sind gute Alternativen, gerade wenn es um Sondersortimente geht. Zudem locken alternative Plattformen Nutzer oft mit günstigeren Konditionen und mehr Freiheiten bei der Erstellung von Templates. Für den eigenen Online-Shop bleiben jedoch SEO-, SEA- und SMM-Maßnahmen die besten Wege zur Reichweitensteigerung.